Gold Eagle - Was in Trumps KI-Dekret steht (Executive Order 14409)
Die Executive Order 14409 regelt seit Juni 2026 den US-Umgang mit Frontier-KI. Was in Trumps Dekret steht und was Gold Eagle damit zu tun hat.

Die USA haben im Sommer 2026 erstmals einen festen Rahmen für den Umgang mit den stärksten KI-Modellen bekommen. Grundlage ist die Executive Order 14409 mit dem Titel "Promoting Advanced Artificial Intelligence Innovation and Security". Präsident Donald Trump hat das Dekret am 2. Juni 2026 unterzeichnet.
Das relevanteste Ergebnis ist "Gold Eagle". So heißt die zentrale Meldestelle für Sicherheitslücken, die aus dem Dekret hervorgegangen ist.
Das Dekret verfolgt drei Ziele: einen besseren Schutz der Regierungs-IT, engere Zusammenarbeit zwischen Behörden und KI-Firmen sowie gezielte Strafverfolgung bei KI-Missbrauch. KI gilt dem Text zufolge als strategischer Vorteil und zugleich als neues Einfallstor für Cyber-Angriffe. Neue Pflichten für private Firmen enthält der Text nicht.
Bundesbehörden müssen ihre Systeme gegen KI-gestützte Angriffe wappnen. Zunächst waren die Netze der nationalen Sicherheit und die Systeme des Militärs an der Reihe. Das Personalamt OPM hat zudem den Auftrag erhalten, mehr Cybersecurity-Fachleute einzustellen. Die Fristen zur Umsetzung lagen zwischen 30 und 60 Tagen.
Ein geheimes Prüfverfahren soll festlegen, welche KI-Systeme als "covered frontier models" gelten. Entwickler können solche Modelle der Regierung freiwillig bis zu 30 Tage vor dem Marktstart überlassen. Experten der US-Regierung prüfen in diesem Zeitraum vor allem das Potenzial der Modelle für Cyber-Angriffe.
Eine Zulassungspflicht entsteht dadurch noch nicht. Lizenzen und Genehmigungen für KI-Modelle schließt das Dekret sogar ausdrücklich aus.
Das Justizministerium soll bestehende Gesetze konsequent auf KI-Missbrauch anwenden. Neue Straftatbestände schafft das Dekret nicht.
Kernstück ist eine Meldestelle für Sicherheitslücken. Finanzministerium, Heimatschutzministerium mit der Cyberbehörde CISA und die NSA bauen sie gemeinsam mit der Industrie auf. Am 14. Juli 2026 hat das Weiße Haus den Start unter dem Namen "Gold Eagle" verkündet.
Frontier-KI soll dort Schwachstellen in Software aufspüren und die Reparaturen nach Dringlichkeit sortieren. Beteiligt sind auch Open-Source-Projekte und Betreiber kritischer Infrastruktur. (etwa Energie- und Finanznetze)
Die Regierung will damit Sicherheitslücken schneller stopfen, als Angreifer sie ausnutzen können.
Fachleute bemängeln fehlende Transparenz. Die Prüfkriterien sind geheim und ein Bericht an den Kongress ist nicht vorgesehen. Auch Auskunftsanfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz laufen ins Leere.
Was genau als "covered frontier model" zählt, definiert das Dekret nicht. Auch die Finanzierung der Meldestelle ist bislang ungeklärt. (Stand: Juli 2026)
Wie belastbar die Freiwilligkeit ist, hat der Fall Anthropic gezeigt. Die Regierung hatte der Firma im Juni 2026 nur 90 Minuten Zeit für die Abschaltung ihrer Modelle Fable 5 und Mythos 5 gegeben. Erst gut zwei Wochen später durften die Modelle zurück ins Netz.
Das Dekret setzt auf Freiwilligkeit statt auf eine feste Aufsicht. Genau dort setzt die Kritik aus der Branche an: DeepMind-Chef Demis Hassabis hat im Juli 2026 eine Prüfstelle nach dem Vorbild der Finanzaufsicht FINRA gefordert. Zudem hat Politico über Überlegungen im Weißen Haus berichtet, Open-Source-KI zu beschränken.