Zum Inhalt springen
AI NEWS pro

Thinking Machines: Ex-OpenAI-Technikchefin stellt erstes eigenes KI-Modell vor

Mira Muratis "Thinking Machines Lab" veröffentlicht "Inkling": ein multimodales Open-Weights-Modell mit 975 Milliarden Parametern und Fokus auf individuelle Anpassungen.

Sebastian Fiebiger2Min. Lesezeit
Mira Murati vor einer Fotowand mit Breakthrough-Prize-Schriftzügen
Mira Murati (Foto: Kathy Hutchins | Shutterstock)

Das KI-Startup "Thinking Machines Lab" hat am 15. Juli 2026 sein erstes eigenes LLM veröffentlicht. Es heißt "Inkling" und steht als Open Weights-Modell zum Download bereit. Gegründet hat die Firma Mira Murati, die frühere Technikchefin von OpenAI.

Inkling ist ein Mixture-of-Experts-Modell mit insgesamt 975 Milliarden Parametern. Pro Anfrage rechnet aber nur ein Bruchteil davon mit. (rund 41 Milliarden) Das drückt die Kosten beim Betrieb.

Trainiert hat Thinking Machines das Modell von Grund auf selbst. Die Trainingsdaten umfassen 45 Billionen Tokens aus Text, Bildern, Audio und Video. Inkling nimmt alle diese Formate als Eingabe entgegen und antwortet mit Text.

Das Kontextfenster fasst bis zu eine Million Token.

Die Gewichte liegen unter Apache-2.0-Lizenz auf Hugging Face. Eine kleinere Variante namens Inkling-Small gibt es bereits als Preview.

Thinking Machines verfolgt eine andere Strategie als OpenAI oder Anthropic. Die Firma will nicht das stärkste Modell der Welt bauen, sondern Unternehmen ihre KI selbst zuschneiden lassen.

Das räumt das Unternehmen in einem Blogbetrag selbst offen ein: Inkling sei "not the strongest overall model available today".

Geld verdienen soll die hauseigene Plattform "Tinker". (gestartet im Oktober 2025) Über sie lassen sich Modelle wie Inkling per Fine-Tuning an eigene Daten und Aufgaben anpassen. Wer will, lädt die Gewichte aber auch einfach kostenlos herunter.

Beim unabhängigen Benchmark-Dienst "Artificial Analysis" erreicht Inkling 41 Punkte auf dem Intelligence Index. Das reicht für Platz eins unter den Open-Weights-Modellen aus amerikanischen Laboren. Nvidias Nemotron 3 Ultra kommt auf 38 Punkte und OpenAIs gpt-oss-120b auf 24.

Die stärksten offenen Modelle kamen zuletzt meist aus China. (etwa Kimi K2.6 und DeepSeek) Inkling gilt als sparsam und braucht für eine Aufgabe im Schnitt deutlich weniger Tokens als die Konkurrenz.

An die geschlossenen Spitzenmodelle reicht es trotzdem nicht heran.

Murati hat Thinking Machines Lab im Februar 2025 gegründet und viele frühere OpenAI-Leute angeworben. Investoren wie Andreessen Horowitz und Nvidia haben das Startup schon vor dem ersten Produkt mit 2 Milliarden Dollar ausgestattet. (Seed-Runde im Juli 2025)

Ganz ohne Rückschläge lief der Aufbau allerdings nicht: Die Mitgründer Barret Zoph und Luke Metz sind im Januar 2026 zu OpenAI zurückgekehrt.