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Rechenzentren am Limit: Google kann die KI-Nachfrage nicht mehr voll bedienen

Googles Rechenzentren kommen der Nachfrage nach KI-Diensten nicht mehr hinterher. Selbst Großkunde Meta bekommt weniger Gemini-Kapazität als bestellt. Der Konzern mietet deshalb für rund 30 Milliarden Dollar Rechenleistung bei SpaceX zu.

Sebastian Fiebiger2Min. Lesezeit
Google-Rechenzentrum in den Niederlanden mit blauen Kühlanlagen und Schornsteinen auf dem Dach
Google Rechenzentrum in den Niederlanden (Foto: CreativeNaturePhotography / Shutterstock)

Googles Rechenzentren arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Die Nachfrage nach KI-Diensten wächst schneller als das Angebot. Selbst der Großkunde Meta bekommt weniger Rechenleistung als bestellt. Aushelfen soll jetzt ausgerechnet die Konkurrenz.

Meta gehört zu den größten Abnehmern von Googles Gemini-Modellen. Der Facebook-Konzern nutzt sie unter anderem für die Moderation von Inhalten und für die Betrugserkennung. Für einzelne Aufgaben hält Meta sie offenbar für besser als die hauseigenen Llama-Modelle.

Im März 2026 hat Meta deutlich mehr Kapazität angefragt, als Google liefern konnte. Google hat den Zugriff daraufhin gedeckelt. Das hat die Financial Times Ende Juni berichtet. (Zusammenfassung bei CNBC)

Das blieb nicht ohne handfeste Folgen. Mehrere interne KI-Projekte bei Meta haben sich, dem Bericht zufolge, erheblich verzögert. Die Beschäftigten wurden aufgefordert, sparsamer mit KI-Abfragen umzugehen.

Auch andere Google-Cloud-Kunden waren von den Engpässen betroffen.

Wie rasant das Wachstum der Cloud-Sparte ist, zeigen auch die jüngsten Geschäftszahlen der Google-Mutter Alphabet. Google Cloud hat im ersten Quartal 2026 rund 20 Milliarden Dollar umgesetzt. Im Jahresvergleich war das ein Plus von 63 Prozent.

Der Auftragsbestand hat sich binnen drei Monaten fast verdoppelt. Er lag zuletzt bei mehr als 460 Milliarden Dollar. (Stand: Ende März 2026)

Konzernchef Sundar Pichai hat sich im Earnings Call dazu geäußert. Der Cloud-Umsatz wäre ihm zufolge noch deutlich höher ausgefallen. Dem Konzern fehlte dafür aber die Rechenkapazität.

Intern war die Entwicklung absehbar: Schon im November 2025 hat Infrastruktur-Chef Amin Vahdat die Belegschaft gewarnt. Google müsse seine KI-Kapazität etwa alle sechs Monate verdoppeln. Das hat der US-Sender CNBC aus einem internen Meeting erfahren.

Für schnelle Entlastung soll ein Mietvertrag mit SpaceX sorgen. Google hat die Verträge Anfang Juni 2026 unterzeichnet. Sie sichern dem Google Zugriff auf rund 110.000 Nvidia-GPUs. Die Maschinen stehen in Rechenzentren des KI-Unternehmens xAI. (hinter beiden Firmen steht Elon Musk)

Die Kosten von 920 Millionen Dollar pro Monat laufen ab Oktober 2026 in die Kassen von SpaceX. Die Vereinbarung läuft bis Juni 2029. Insgesamt geht es damit um rund 30 Milliarden Dollar.

Die gemietete Rechenleistung ist ausschließlich für Gemini Enterprise reserviert. Das ist Googles KI-Paket für Firmenkunden. Die Nachfrage nach B2C-KI hat Googles Erwartungen übertroffen.

Der Mutterkonzern Alphabet plant für 2026 eigene Investitionen von 180 bis 190 Milliarden Dollar. Der Großteil fließt in Rechenzentren und Chips. Für 2027 hat Finanzchefin Anat Ashkenazi noch höhere Ausgaben in Aussicht gestellt.

Allerdings dauert es Jahre, bis neue Rechenzentren wirklich ans Netz gehen können. Vielerorts fehlen außerdem Anschlüsse ans Stromnetz. Geld beschleunigt das nur begrenzt.

Der Engpass zeigt die Größenordnung der KI-Nachfrage. Selbst einer der größten Rechenzentrumsbetreiber der Welt kommt mit dem Ausbau nicht hinterher. Wer heute große Mengen Rechenleistung bestellt, muss mit Wartezeiten rechnen.