KI-Boom und Speicherkrise: Chinas Speicherhersteller CXMT geht an die Börse
Der KI-Boom verknappt Speicherchips. Chinas DRAM-Hersteller CXMT nutzt die Situation und sammelt beim Börsengang in Shanghai rund 8,6 Milliarden Dollar ein.

Der KI-Boom hat Speicherchips weltweit knapp und teuer gemacht. Davon profitiert gerade ein Konzern aus China: ChangXin Memory Technologies. (kurz CXMT) Der größte DRAM-Hersteller des Landes hat am 16. Juli 2026 die Zeichnungsfrist für seinen Börsengang in Shanghai gestartet.
CXMT bietet rund 6,69 Milliarden neue Aktien zu je 8,66 Yuan an. Das entspricht etwa einem Zehntel der Unternehmensanteile und bringt umgerechnet rund 8,6 Milliarden US-Dollar ein. Mit einer Mehrzuteilungsoption kann die Summe noch auf knapp 10 Milliarden Dollar steigen.
Es ist die bislang größte Aktienplatzierung Asiens in diesem Jahr.
Die Notierung am Technologie-Segment STAR Market ist für den 27. Juli geplant. Das gesamte Unternehmen kommt damit auf eine Bewertung von rund 85 Milliarden Dollar.
Rechenzentren für KI brauchen riesige Mengen an schnellem Speicher. Samsung, SK Hynix und Micron verlagern deshalb ihre Fertigung auf teure HBM-Chips für KI-Beschleuniger.
Für herkömmlichen DRAM bleibt dadurch weniger Kapazität übrig.
Die Preise für normale Speicherchips sind deshalb förmlich explodiert. Wer gerade einen PC aufrüsten will, merkt das mehr als deutlich am Preis für Speicherriegel.
Genau diese herkömmlichen Chips sind das Kerngeschäft von CXMT. Der Umsatz ist im ersten Quartal 2026 bereits um 719 Prozent auf 50,8 Milliarden Yuan gestiegen. (gut 7 Milliarden Dollar) Für das erste Halbjahr erwartet die Firma das mehr als Zwanzigfache des Vorjahresgewinns.
Gegründet wurde CXMT 2016 in der ostchinesischen Stadt Hefei. Die Stadtregierung und nationale Chip-Fonds haben den Aufbau mit Milliarden gestützt. Treibende Kraft war Zhu Yiming, der Gründer des Chipherstellers GigaDevice.
Heute ist CXMT nach Kapazität und Umsatz die Nummer vier im weltweiten DRAM-Markt. (hinter Samsung, SK Hynix und Micron)
Der Weltmarktanteil lag 2025 bei rund 8 Prozent.
Beim KI-Speicher HBM hinkt CXMT der Konkurrenz aus Südkorea deutlich hinterher. Einen Teil der Börsen-Erlöse will die Firma deshalb in neue Speichergenerationen stecken.
Dazu kommt Druck aus Washington. Das US-Verteidigungsministerium führt CXMT auf einer Liste mutmaßlicher Militärfirmen. Eine Aufnahme auf die schärfere Entity List ist genehmigt, aber bislang nicht umgesetzt.
Ob die hohe Bewertung trägt, ist unter Analysten umstritten. Das Speichergeschäft ist traditionell stark zyklisch.