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AI NEWS pro

Geteilte Claude-Chats waren über die Google-Suche auffindbar

Nutzer haben Hunderte geteilte Claude-Gespräche im Google-Index entdeckt, teils mit sensiblen Daten. Anthropic hat die Treffer offenbar geräuschlos abräumen lassen.

Sebastian Fiebiger1Min. Lesezeit
Eine Hand tippt auf einem Tablet, auf dem die Startseite der Google-Suche geöffnet ist
Geteilte Claude-Chats sind in der Google-Suche gelandet (Foto: BigTunaOnline | Shutterstock)

Wer ein Gespräch mit Claude per Link geteilt hat, konnte es am vergangenen Wochenende womöglich bei Google wiederfinden. Hunderte Unterhaltungen mit dem Chatbot von Anthropic sind im Index der Suchmaschine gelandet. Darunter waren auch Gespräche mit heiklen Inhalten.

Aufgefallen ist das Problem zuerst Nutzern von Reddit. Über die Suchabfrage "site:claude.ai/share" waren die geteilten Gespräche gezielt auffindbar. Das Portal Cybersecurity News spricht von mehreren hundert Treffern.

Zu sehen waren demnach Diskussionen über Rechtsfragen und interner Programmcode. Auch sehr Privates war dabei. Einzelne Nutzer wollen sogar API-Schlüssel und Zugangsdaten zu Krypto-Wallets entdeckt haben.

Die Teilen-Funktion von Claude erzeugt eine öffentliche Webadresse, über die sich ein Gespräch etwa an Kollegen weitergeben lässt. Solche Seiten sind bewusst frei zugänglich. Gedacht sind sie allerdings für Menschen, die den Link kennen, und nicht für Suchmaschinen.

Genau diese Trennung hat offenbar versagt. Übereinstimmend berichten Beobachter, den Seiten habe ein sogenannter noindex-Hinweis gefehlt. Diese Angabe im Quelltext signalisiert Suchmaschinen, dass ein Inhalt nicht in den Suchindex aufgenommen werden soll.

Bis Montag gab es von Anthropic keine öffentliche Stellungnahme. Auffällig ist aber, dass die Treffer kurz nach den ersten Berichten aus der Google-Suche verschwunden sind. Die Suchabfrage vom Wochenende läuft inzwischen ins Leere, was für eine Deindexierung im Hintergrund spricht. Bei Bing und Brave blieben geteilte Gespräche laut The Decoder dagegen länger sichtbar.

Wer eigene Gespräche geteilt hat, findet sie in den Claude-Einstellungen unter Privacy und kann die Freigaben dort einzeln zurückziehen.

Neu ist das Muster nicht. Im Sommer 2025 sind Tausende ChatGPT-Gespräche in der Google-Suche aufgetaucht, damals allerdings über eine Checkbox, mit der Nutzer ihre geteilten Chats ausdrücklich auffindbar machen konnten. OpenAI hat die Option nach breiter Kritik ein "kurzlebiges Experiment" genannt und wieder abgeschaltet. Bei Claude gab es eine solche Wahlmöglichkeit erst gar nicht. Die Gespräche sind ohne Zutun der Nutzer im Index gelandet.